Heizöl wird immer teurer, teilweise ist schon von unbezahlbar die Rede (trotz kurzfristiger Preissenkung durch die Wirtschaftskrise). Das Geld bei den Verbrauchern hingegen wird immer knapper. - Deshalb liegt es nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten nahe, dass sich immer mehr Menschen Gedanken machen, wie Sie zukünftig Kosten sparen können und welche Alternativen für Heizung und Strom in Frage kommen.
Wer sich dabei für eine Pelletsheizung oder Hackschnitzel-Heizung entscheidet, muss zunächst etwas höhere Anschaffungskosten in Kauf nehmen. Auf die Lebensdauer der Heizung umgelegt, wird sich die Investition aber dauerhaft auszahlen.
Für die Holz-Gewinnung ist vor allem eine vernünftige Forstwirtschaft
nötig. Dabei steht vor allem das Prinzip der Nachhaltigkeit im
Vordergrund.
In der heutigen Zeit müssen Waldbesitzer (Die Stadt Nagold ist der größte Waldbesitzer auf ihrer Gemarkung) und staatliche Forstämter sehr viel unternehmen, um den Holzbestand zu sichern. Stürme und schädliche Umwelteinflüsse (z.B. saurer Regen) haben gerade in den letzten Jahren einiges an Wald und Bäumen zerstört, nun muss schonend wieder aufgeforstet werden, damit auch in Zukunft der steigende Bedarf am Rohstoff Holz gedeckt werden kann.
Daneben greifen Schädlinge - wie der Borkenkäfer - das Holz an und der generell gestiegene Wildbestand in den Wäldern, macht es jungen Bäumen schwer nachzuwachsen, da vor allem Rehe gerne die jungen, frischen Triebe abknabbern.
Deshalb war es auch richtig, dass die SPD sich im Kreistag für die Abschaffung der Jagdsteuer stark gemacht hat. Die Jäger leisten einen unschätzbaren Wert zum Schutz des Waldes.
Es muss vermehrt auf stabile Mischwälder mit mehreren Baum- bzw. Holz Arten gesetzt werden
Gesunde Wälder helfen uns dabei die Erderwärmung zu begrenzen. - Die Bäume nehmen während der Wachstumsphase das schädliche CO2 auf und wandeln es in Sauerstoff um.

Nagold hatte 1997 eine Waldfläche von 2415 ha, das entspricht 38,3% der Gesamtfläche der Stadt. Durch eine Nachhaltige Forstwirtschaft muss Nagold diesen Vorteil nutzen. Wir müssen bei öffentlichen Gebäuden in Nagold konsequent auf regenerative Energien setzen. Neben dem ökologischen Faktor ist auch der wirtschaftliche Faktor in der Zukunft immens.
Energie aus Holz
Holz ist ein in unseren heimischen Wäldern ständig nachwachsender und universell verwendbarer Rohstoff. Als Besonderheit bei den regenerativen Energieträgern ist die Speicherfähigkeit von Holz hervorzuheben. Im Holz ist die Sonnenenergie gespeichert, die sich während des Baumlebens dort angesammelt hat.
Diese Energie kann gezielt, je nach Bedarf, aktiviert und genutzt werden. Diese Eigenschaft der Bäume, umweltfreundliche Energie zu sammeln und zu speichern, ist von unschätzbarem Wert.
Es wird somit nur ein Minimum an Energie zur Pflege der Wälder während des Wachstums und zur Ernte des Holzes eingesetzt, den Rest erledigen Sonne und Natur.
Da diese Energie nicht immer sofort benötigt wird, muss sie gelagert werden. Auch hier hat Holz einen großen Vorteil: Es ist nicht gefährlich oder giftig für die Umwelt und muss deshalb nicht in Tanks oder sonstigen Behältnissen gelagert werden. Holz hat keinen negativen Einfluss auf seine Umwelt.

Außerdem macht die Entsorgung von Holz keine Probleme. Ist es unbehandelt, verrottet es rückstandsfrei und führt wichtige Pflanzennahrungs-Bestandteile in den Naturkreislauf zurück oder kann der thermischen Verwertung in Form von Brennholz zugeführt werden.
Die vermehrte Nutzung von Brennholz schafft auch für die heimische naturnahe Forstwirtschaft neue Perspektiven. Schwache und geringwertige Holzsortimente, welche im Rahmen der Forstwirtschaft anfallen, können einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden.
Dieses schafft neue Absatzmöglichkeiten für waldseitige Produkte und hilft bei der notwendigen Pflege der Wälder. Vielerlei Gefahren, wie z. B. großflächigem Borkenkäferbefall, kann vorgebeugt werden.
Der Wald: Verbindung zwischen Mensch und Umwelt
Als sich ständig erneuernde Systeme, die von der Energie der Sonne in Gang gehalten werden, gehören Wäldern zu den letzten großflächigen Ökosystemen in Deutschland. Ein Drittel der Fläche Deutschlands und auch Bayerns sind mit Wäldern in den verschiedensten Ausprägungen bedeckt. Waldwirtschaft gehört zu den naturnächsten Bewirtschaftungsformen überhaupt.
Ein Produkt des Waldes ist Holz, das als sehr vielseitig einsetzbarer Rohstoff den Menschen sein Leben lang begleitet. Möbel, Dachstühle und Holzbau, Fußböden, Spielgeräte und Papier sind fast immer aus Holz und begegnen uns täglich.
Holz ist aber auch ein wichtiger Energieträger. Vor zweihundert Jahren kam die Energie zum Heizen und Kochen fast ausschließlich vom Holz. Energie aus Holz erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance, da es eine Menge an ökologischen und ökonomischen Vorteilen bietet.
Neben der Produktion von Holz erfüllt der Wald aber auch eine Reihe weiterer wichtiger Umweltfunktionen.
Besonders wichtig sind die Schutzfunktionen für unsere Luft, unser Wasser und den Boden. Wald filtert mehrere Tonnen atmosphärischen Staub und Partikel pro Jahr und Hektar aus der Luft. Wald fungiert als Wasserfilter und reguliert den Wasserhaushalt, spielt bei der Trinkwassergewinnung eine zentrale Rolle und verhindert durch die Durchwurzelung Bodenerosion in steilen Lagen. Wald hat einen ausgleichenden Einfluss auf das Lokalklima und beherbergt eine Vielzahl an Biotopen und bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Und nicht zuletzt suchen viele Menschen in ihrer Freizeit den Wald als Ort der Erholung auf.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit
Das Prinzip der Nachhaltigkeit wurde in der heimischen Forstwirtschaft entwickelt und hat eine über zweihundertjährige Tradition. Nachhaltigkeit bedeutet, dass immer nur soviel Holz genutzt wird, wie auf derselben Fläche nachwächst.
Somit ist gewährleistet, dass jede Generation dieselben Leistungen des Waldes, wie Holz, Erholung und Schutzfunktionen für Boden, Wasser und Luft, erhält.
Die Folge dieser Nachhaltigkeit ist eine seit zweihundert Jahren nahezu unveränderte Waldfläche in Deutschland, mit holzvorratsreichen und leistungsfähigen Wäldern. In den letzten 50 Jahren hat die Waldfläche bundesweit sogar zugenommen.
Der Wald wird also für den Menschen, die Tier- und Pflanzenwelt nachhaltig für die Zukunft gesichert.
Dieses Prinzip der Nachhaltigkeit war die zentrale Forderung der UN-Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro. Nachhaltiges Wirtschaften findet seither zunehmend auch in anderen Bereichen Einzug.
Die Erhaltung, Schaffung sowie naturnahe Pflege und Bewirtschaftung von Wäldern ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht für eine lebenswerte Zukunft von besonderer Bedeutung, denn Waldwirtschaft ist Arbeiten im Kreislauf der Natur.
Durch die strengsten Waldgesetze in Europa und eine Nachhaltigkeitstradition seit über zweihundert Jahren ist die Brennholzversorgung übrigens gesichert. Wir können zwar nicht unseren gesamten Energiebedarf auf Holz hin ausrichten, im privaten, gewerblichen und kommunalen Bereich lässt sich diese sehr umweltfreundliche Energie aber dennoch wirtschaftlich einsetzen.
Was bedeutet CO2 neutral?
Mit der durch Menschen verursachten Klimaveränderung ist eine neue globale Dimension im Umweltschutz hinzugekommen. Die Verringerung der CO2-Emissionen und damit die Verminderung des durch den Menschen bedingten Treibhauseffekts sind also oberstes Ziel, das durch zwei wichtige Schritte erreicht werden soll:
1. Energieeinsparung und Reduktion des Verbrauchs von fossilen Energieträgern.
2. Nutzung regenerativer Energien, wie Sonne, Wasser, Wind und Holz.
Holzpellets sind praktisch CO2 neutral, weil sie bei der Verbrennung nur so viel CO² abgeben, wie der Baum im Wachstum vorher der Atmosphäre entzogen hat. Durch die vergleichsweise kurzfristigen Zyklen ergibt sich ein geschlossener Kreislauf.
Die verschiedenen Energieträger haben unterschiedlichste CO² Ausstoßraten:
Während Holzpellets mit 62 g/kWh extrem gut abschneiden so liegt dieser Wert für Heizöl bereits bei 352 g/kWh, für Erdgas bei 362 g/kWh, und steigt bei Stromdirektheizungen auf 693 g/kWh an.
Holz ist im Gegensatz zu den meisten anderen regenerativen Energieträgern speicherbar und kann genau dann in der gewünschten Menge eingesetzt werden, wenn Energie auch benötigt wird.

Zum Wachstum benötigt die Pflanze Kohlendioxid (CO2) und Wasser. Bei diesem, Photosynthese genannten, Prozess ist Sonnenenergie die treibende Kraft.
In Deutschlands Wäldern werden ca. 6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) gebunden.
Ein Festmeter Fichtenholz speichert 0,7 Tonnen Kohlendioxid (CO2).
Nagold muss meines Erachtens zukünftig konsequent bei eigenen vorhaben auf den Energieträger Holz setzen. Die Bewahrung der Schöpfung muss unsere Leitlinie sein.
Von Daniel Steinrode
Quellen: Biomassehof Allgäu und Stadt Nagold