Zum ersten Mal dürfen bei einer Kommunalwahl in Baden-Württemberg Jugendliche ab 16 wählen gehen. Drei junge Kandidaten auf der SPD Liste wollen Nagolds Zukunft gestalten. Mit Maximilian Dietel, Marco Ackermann und Marco Sindlingen treten ein 18- jähriger Schüler, ein 20- jähriger Auszubildender und ein 21- jähriger Student für den Gemeinderat an. Marco Ackermann kandidiert zudem für den Kreistag und den Vollmaringer Ortschaftsrat. „Wir bringen neue Ideen und frischen Wind in den Gemeinderat. Denn Nagold braucht starke Interessenvertreter der jungen Generation“, so der stellvertretende Vorsitzende des Nagolder Jugendgemeinderats Marco Ackermann. Zentrale Forderungen der Jungen Sozialdemokraten sind Themen wie die bessere Verkehrsanbindung Nagolds an den Raum Stuttgart und ein verbesserter ÖPNV zwischen Kernstadt und Teilorten. Hier wollen die drei jungen Kandidaten einen Stundentakt in jeden Teilorten, so Maximilian Dietel. Auch kostenlose WLAN-Hotspots in Nagold stehen auf der Agenda, sowie eine bessere Ausstattung der Schulen und mehr Events für Jugendliche, meint Marco Sindlingen. Marco Sindlinger ist 21 Jahre alt, wuchs auf dem Lemberg in Nagold auf und hat seine Fachhochschulreife am Berufskolleg Fremdsprachen an der Kaufmännischen Schule Nagold erlangt. Danach zog es ihn für sechs Monate in die Ferne nach Neuseeland. Jetzt studiert er an der Hochschule Pforzheim Internationales Marketing. „Es ist mir sehr wichtig, dass Nagold für junge Leute attraktiver wird. Deshalb setze ich mich besonders dafür ein, dass der ÖPNV zwischen der Kernstadt und den Teilorten verbessert wird“, so Sindlinger.
Die Kandidaten der Nagolder SPD besuchen die Stadtteile. Vor Ort möchten sie sich über die aktuellen Themen der Ortsteile informieren. Nagold besteht aus zwei Säulen! Der Kernstadt mit ca. 13000 Einwohnern und den acht Teilorten mit insgesamt ca. 9000 Einwohnern. Nachdem in den letzten Jahren viel in die Kernstadt investiert wurde, soll jetzt der Fokus mehr auf die Ortsteile gelegt werden, so der Hochdorfer Ortschaftsrat Hans Meier. Wir müssen die Balance wahren, ohne in der starken und prosperierenden Kernstadt an Dynamik zu verlieren, meint Vollmaringens Ortsvorsteher und Stadtrat Daniel Steinrode. Ein wichtiges Thema für unsere Teilorte sei die Bewältigung der demografischen Entwicklung, so der SPD Vorsitzende Andreas Röhm, der aus dem Nagolder Stadtteil Emmingen stammt. Wenn man sich die Einwohnerentwicklung der Teilorte der letzten Jahre anschaut, wird deutlich, dass hier mit aller Macht gegengesteuert werden muss, so Röhm. Zwei Bedingungen müssen erfüllt werden um dies zu schaffen, so Daniel Steinrode. Zum einen müssten die Dörfer attraktiv sein für die Menschen, die hier leben, insbesondere für junge Familien, zum anderen müsste auch das notwendige Angebot an Wohnraum geschaffen werden, der die notwendige Eigenentwicklung bewältigt aber auch Zuzug ermöglicht, meinte Vollmaringens Ortsvorsteher Daniel Steinrode. Wir müssen dafür sorgen, dass genügend Bauplätze für Bauwillige zur Verfügung stehen, betonte Hans Meier. „Insbesondere in den Nagolder Teilorten am Gäurand Emmingen, Hochdorf und Vollmaringen haben wir durch die günstige Lage am Rande der Region Stuttgart die Chance auch Zuzug zu generieren“, ist Andreas Röhm überzeugt. Die Schietinger Ortschafträtin Dagmar Stepper fügt hinzu, dass bei der Schaffung von Bauland jetzt Handlungsbedarf bestehe, damit nicht weitere Angebote in den kleinen Teilorten wegfallen würden. Aber vor allem in die Attraktivität der Dörfer müsse in Zukunft investiert werden. Zum Beispiel die Schaffung von Einkaufsangeboten wie der Netto-Markt in Hochdorf seien wichtige Maßnahmen, so der Hochdorfer Architekt Wolfgang Schleehauf, der durch seine guten Kontakte maßgebliche Verantwortung für diese Ansiedlung trägt. Aber auch die Verkehrsanbindung muss stimmen. „Wir brauchen eine vertaktete Busanbindung an das Schienennetz und einen Stundentakt mit dem Bus in die Nagolder Kernstadt“, so der als Extremradfahrer bekannte Gemeinderatskandidat Markus Strinz aus Vollmaringen. Wichtig seien auch Angebote für Jugendliche damit diese emotional an ihre Heimatorte gebunden werden können, so der stellvertretende Vorsitzende des Nagolder Jugendgemeinderats Marco Ackermann. Durch das gute Vereinsleben in unseren Dörfern würden die Rahmenbedingungen für gute Lebensqualität stimmen, so Hans Meier. „Dies müssen wir pflegen und dürfen wir nicht vernachlässigen. An der guten Nagolder Vereinsförderung darf nicht gerührt werden“, meint Hans Meier. Folgende Projekte müssen in Angriff genommen werden: In Hochdorf steht die Sanierung des Ortskerns, insbesondere die Entwicklung der neuen Ortsmitte an. In Vollmaringen hat die Schaffung von Bauland sowie von barrierefreiem Wohnraum im Ortskern oberste Priorität. Den Neubau des Feuerwehrmagazins und der Rathausgeschäftsstelle will die SPD voran treiben. Außerdem muss der Ausbau des Radwegs nach Baisingen jetzt kommen, für den die Grün-Rote Landesregierung Fördermittel zur Verfügung gestellt hat, so die Sozialdemokraten. In Emmingen steht die weitere Ortskernsanierung insbesondere im Bereich Kirche und der Einsatz für den Eisenbahnhaltepunkt sowie Schaffung von Bauland auf dem Plan der Sozialdemokraten. In Iselshausen muss die Entwicklung des Calwer-Deckenareals kommen. In Gündringen und Schietingen wollen sich die Sozialdemokraten für die Schaffung von Bauland und für den Eisenbahnhaltepunkt einsetzten. In Pfrondorf muss endlich eine Lösung für die alte Schule gefunden werden und Bauland geschaffen werden. Mindersbach braucht ebenfalls Bauplätze für die Eigenentwicklung. Desweiteren will die Nagolder SPD die Ortskernsanierung im Bereich Kirche / „An der Wette“ zügig voran treiben.
von Volkmar Wissner
Mit der Idee, örtliche Schulturnhallen zu schließen hatte der Bürgermeister Leute aufgeweckt. In der Tat sind Schließungen von Turnhallen, Schulen oder Rathäusern ideale Maßnahmen kommunales Leben zu zerstören, sofern diese Gebäude nicht durch kommunalen Willen neu mit Leben gefüllt werden. Gebäude an sich sind aber nur Gefäße wie Parkhäuser oder Kirchen. Der Satz „Ammerbuch stärken – die Ortsteile verbinden – wir brauchen eine zentralörtliche Halle" ist an sich politischer Kitsch, denn gemeinschaftliches Leben entwickelt sich vor der Haustür, im Dorf, d.h. in den dortigen Vereinen, Kirchen sowie Schule/Kindergarten. Die Genannten sitzen aber schon jetzt im gleichen Boot, denn sie werden von Nachwuchsmangel geplagt. Ausnahmen wie die Jugendfeuerwehr Breitenholz oder die Pfadfinder in Entringen bestätigen die Regel. Wenn ich kommunales Leben will, muss ich all das stärken wie auch das Scharnier zur Verwaltung, den Ortschaftsrat plus Ortsvorsteher. Wie weit wir von Gemeinschaftlichem schon weg sind, sieht man daran, dass der Begriff „Solidarität" zu einem historischen Begriff geworden ist, im Alltag nicht mehr präsent, in Parteiprogrammen eine Restvokabel.
Die Nagolder SPD tritt mit neun Kandidatinnen und Kandidaten zur Kreistagswahl an. Nagold braucht eine starke Vertretung im Kreis Calw, so der Fraktionsvorsitzende der SPD und Nagolder Altoberbürgermeister, Rainer Prewo. Der Kreis Calw darf in Zukunft seine Chancen nicht mehr verspielen. Ein weiteres Abfallen des Kreises im Vergleich zu anderen Kreisen müssen wir verhindern, so Daniel Steinrode. Wir müssen jetzt durchstarten, meint Steinrode weiter. Wir haben eine gute Mischung in unserem Team mit viel Erfahrung in unterschiedlichen Berufen und in ehrenamtlicher Arbeit, so der Fraktionsvorsitzende Rainer Prewo. Große Diskussionen stehen im Kreis Calw an, die auch für Nagold von großer Bedeutung seien, so die Sozialdemokraten: Das Nagolder Kreiskrankenhaus müsse auf seinem hohen Niveau erhalten und ausgebaut werden. Ebenso die drei Berufsschulen. Der Ausbau der Kinderbetreuung muss weitergehen. Der öffentliche Nahverkehr muss moderner werden, von den Dörfern muss man im Taktverkehr in die Stadt kommen können. Mit Sorge sehe man, dass die Option einer Schienenanbindung an die Region Stuttgart nicht mit dem nötigen Nachdruck betrieben wird. Rainer Prewo sieht das aber als „eine strategische Hauptaufgabe für die Zukunft Nagolds und des südlichen Kreises“. Am wichtigsten sei es, dass der Kreis für die Menschen und die Unternehmen, und für Fachkräfte, die herziehen wollen, attraktiv bleibe. „Die Aufgaben sind nicht leicht, aber wir packen sie an. Wer gewählt werden will, muss sich in fünf Jahren daran messen lassen, was er erreicht hat – das wollen wir“, meint Daniel Steinrode selbstbewusst.
Die Liste wird angeführt von Vollmaringens Ortsvorsteher, Kreis- und Gemeinderat Daniel Steinrode und dem SPD Fraktionsvorsitzenden und Altoberbürgermeister Rainer Prewo.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Der Gemeinderat der Stadt Nagold möge beschließen.
Die Stadt Nagold beantragt gemeinsam mit dem Landkreis Calw bei der Region Stuttgart eine Expressbus-Linie von Nagold nach Herrenberg einzurichten. Hierzu führt die Verwaltung umgehend die nötigen Gespräche mit der Region Stuttgart, damit die Linie Nagold-Herrenberg schnellstmöglich realisiert wird.
Begründung:
Das Land Baden Württemberg, der Verband Region Stuttgart, die Verbundlandkreise und die Landeshauptstadt haben eine Vereinbarung zum Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Region Stuttgart getroffen.